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| Abschied
am Morgen
Liebster,
Liebster, schläfst du noch?
Liebster,
Liebster, höre doch!
Ein
Vöglein flog in die Linde vor Tag,
weckte
mich; hör, was es singen mag.
Was
weckst du mich, ich schlief noch tief.
Nun
hör ich, wie eine Stimme rief:
Waffen
und Kampf! Lieb und Leid
reiten
zusammen ein enges Geleit.
Da
weinte die Süße, sie sah ihn an:
All
meine Freude, liebster Mann,
sag,
wann kommst du wieder zu mir?
All
meine Freude reitet mit Dir.
(Dietmar von Aist) |
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Des
Glückes Schrein
Nur
eine kann mir Freude geben.
Ihr
Leib ist alles Glückes Schrein.
Ach
Gott, und sollt ich immer leben,
und
immer, immer bei ihr sein,
so
freut ich mich der lieben Tage.
Mir
ist, seh ich die Herrin an,
als
ob hier alles Rosen trage.
(Dichter unbekannt) |
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| Der
Falke
Ich
zog mir einen Falken
länger
denn ein Jahr.
Als
er von mir gezähmt
und
ganz nach Wunsche war
und
ich um sein Gefieder
goldene
Bänder band,
stieg
er hoch in die Lüfte
und
flog in ein anderes Land.
Fortan
sah ich den Falken
herrlich
schwingen:
er
trug an seinem Fuße
seidene
Schlingen,
es
glänzte sein Gefieder
um
und um von Gold.
Gott
sende sie zusammen,
die
sich sehnsüchtig hold.
(Der von Kürenberg) |
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Sie,
die alle meine Freude ist..
Sie,
die alle meine Freude ist,
sah
ich mit andern schönen Frauen gehn;
wie
unter Kieselsteinen Amethyst
bleibt
sie die Schönste, die ich dort gesehn.
Auf,
Minne, süße Fügerin,
verfüg,
ich bin vom Sehnen matt.
Bezwing
ihr Herz, zwing ihren Sinn,
so,
wie sie mich bezwungen hat.
(Heinrich von Sax) |
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| Trotz
aller Welt
Ich
sah in lichtem Kleide stehn
die
Heide mit den Blumen rot;
hold
war das Veilchen anzusehn.
Die
Nachtigall hat ihre Not
wohl
überwunden, die sie zwang.
Vergangen
ist der Winter lang,
Wie
schön sie sang!
Als
ich das grüne Laub ersah,
da
ließ ich meinen schweren Sinn;
von
einer Frau mir geschah
so
wohl, das ich in Wonne bin
fortan
und voller frohem Mut:
es
soll mich alles dünken gut,
was
sie mir tut.
Sie
trieb die Sorge fort von mir,
daß
Trauer nimmer mich beschleicht;
viel
tausend Frauen außer ihr
die
hätten's alle nicht erreicht.
Zum
Guten wandt' sie, was mich quält,
zur
Freundin hab ich sie erwählt
trotz
aller Welt!
(Reinmar der Alte) |
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(ER:)
Wahrhaftig, ich stand gestern
abend spät an deinem Bette.
Da wagte ich nicht, Herrin,
dich zu wecken.
(SIE:)
"Dafür möge dich Gott
immer hassen"
Wahrhaftig, ich war doch
kein wilder Eber',
sprach die Frau.
(Lied des Kürenbergers)
Mitte des 12.Jahrhunderts
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